Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Ein wesentlicher Themenschwerpunkt in der Gastroenterologie ist die Behandlung von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED; Morbus Crohn, Colitis ulcerosa). Die zugrundeliegende Ursache dieser Erkrankungsformen ist weiterhin ungeklärt. Es werden eine Störung der Darmbarriere, eine veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien sowie eine fehlgesteuerte Antwort des Immunsystems diskutiert. Typisch für diese Erkrankungsformen ist häufig ein mehr oder weniger langer zeitlicher Vorlauf bis letztendlich die Diagnose gestellt wird. Am häufigsten sind Patienten im jungen Erwachsenenalter zwischen 20. und 40. Lebensjahr betroffen; zudem gibt es eine familiäre Häufung durch genetische Veranlagung bei Morbus Crohn.

Typisch für beide Krankheitsbilder sind Bauchschmerzen und blutig-schleimige Durchfälle. Daneben kann es zu Symptomen außerhalb des Magen-Darm-Traktes (extraintestinale Manifestationen) kommen: Gelenkbeschwerden, Hautveränderungen, Entzündungen des Auges.

Bei rechtzeitiger Diagnose sind beide Erkrankungsformen aufgrund einer Vielzahl von Medikamenten gut zu behandeln. Komplikationen wie eine massive Überblähung des Dickdarms, massive Blutungen oder sogenannte Super-Infektion (Infektion auf die entzündete Schleimhaut) treten nur selten auf. Bei langjährigem Verlauf einer Colitis ulcerosa besteht zudem ein erhöhtes Risiko für eine Darmkrebserkrankung. Entsprechende Untersuchungen sind nach Krankheitsverlauf indiziert.

  • Magenspiegelung (Intestinoskopie)
  • Darmspiegelung, einschließlich des letzten Dünndarmabschnitts (Ileokoloskopie)
  • Entnahme ausreichender Gewebeproben zur mikroskopischen Aufarbeitung.
  • Labor- und Stuhluntersuchungen
  • Ultraschall des Bauchraumes
  • Kernspin-Untersuchung des Dünndarms
  • Dünndarm-Kapsel
  • endoskopischen Therapie-Optionen (zum Beispiel Färbetechniken der Schleimhaut, Bougierung, Ballon-Dilatation)

Ziel der Behandlung ist die Beendigung der Entzündungsreaktion mit vollständiger Rückbildung der Beschwerden. Dazu kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, zum Beipiel

  • Mesalazin
  • Steroide
  • Immunsuprressiva (wie Azathioprin, Ciclosporin, Tacrolimus)
  • Methotrexat
  • Immunmodulatoren (Anti-TNF-alpha-Rezeptorblocker)

Sämtliche medikamentöse Therapien nach Indikation und medizinischer Notwendigkeit in unserer Praxis eingesetzt. Dabei wird auch auf moderne Verfahren der Immunsuppressiven oder Immunmodulation zurückgegriffen. Je nach klinischem Verlauf ist auch die Einbringung in Studien mit der Möglichkeit neuerer, noch experimenteller Therapie-Optionen möglich.

Aufgrund der Mitbeteiligung anderer Organsysteme ist eine enge Kooperation mit anderen Fachrichtungen (Augenarzt, Hautarzt, Rheumatologe, Radiologe etc.) gewährleistet; zudem erfolgt der regelmäßige Erfahrungsaustausch im Rahmen des CED-Qualitätszirkel.